Ich hab es meinem Lieblingsösterreicher versprochen.
Also Taschentücher raus, geschocktes/mitleidiges Gesicht aufgesetzt und losgelesen.
Stellt euch vor, ihr wacht eines Morgens auf und euch ist schlecht und schwummerig. Als Frau in den 20igern überlegt man als erstes wielang der letzte Sex her ist, ob was “schief lief” und rechnet nach, ob es überhaupt theoretisch möglich wäre – zumindest geht es mir so.
Wenn man dann noch den Mageninhalt in der Badewanne verteilt, weiß man, dass etwas nicht stimmt. Die nachfolgenden Stunden verbrachte ich entweder im Bett oder über der Porzellanschüssel. Trotzdem konnte ich erst einen Tag später zum Arzt gehen (meine Diagnose stand zu dem Zeitpunkt schon fest und ich hatte recht): facialis parese
Also eine halbseitige Gesichtslähmung. Meine Ärztin rief nen Krankenwagen. Ich durfte nicht mehr aufstehen und wurde ins KH gebracht.
Ich mach es jetzt mal kurz: Ich hatte weder nen Schlaganfall, noch nen Herzinfarkt. Was ich jedoch im KH hatte, war ne Blutdruckkrise (Blutdruck jenseits von gut und böse).
Medikamente, Tests, kaum essen (hab eh nur bitter geschmeckt und das is echt fies), nicht aufstehen dürfen, ständige Blutdruckkontrolle, 4Tage später durfte ich nach Hause. In meinem Fall heißt das: Mutti
(durfte ja nicht allein sein, für den Fall, dass es schlimmer wird).
Die Lähmung war nach 2 Wochen weitgehend verschwunden – was ich übrigens vorher schon wusste, da ich das als Kind schonmal hatte – die Medikamente blieben.
Ganze 3 Monate lang ging es mir richtig, richtig schlecht. Ich konnte nur durch die Gegend schleichen. Nach 5min stehen, ruhig sitzen, schleichen tat mir der Rücken so sehr weh, dass ich jammernd und wimmernd stand/saß/schlich. Uni war für das Semester also gestrichen.
Nach den 3 Monaten wurde es langsam besser – aber nicht gut..mein Blutdruck blieb zu hoch (trotz extremer Dosis), mein Gewicht ging langsam nach oben und ich wurde von einem Arzt zum nächsten geschickt: Nierenultraschall, Halsschlagaderultraschall, Herzecho, 24Stunden-Blutdruck usw..alles prima und doch fühlte ich mich nicht so.
Seit dem 1.Mal Krankenhaus war ich pro Monat zwischen 4 und 10mal bei meiner Ärztin. Noch ein weiteres Mal im KH. Hatte und habe mit Nebenwirkungen der Medis (und Nebenwirkungen der Nebenwirkungen) zu kämpfen: Magen/Verdauungsprobleme, zT starke Schwundelgefühle, ständige Kopfschmerzen, Rückenschmerzen, verlorene Kondition, monatelanger Husten usw
Wie man sich denken kann, geht das auf die Psyche und zwar richtig. Ich geb zu..ich war nie schlank, sondern immerschon mollig aber das war “ok”, denn ich war kerngesund. Seit den Tabletten, die mir bekanntlich helfen sollen, hab ich ständig irgendwas..als ich mich dann im März 3 Tage lang mit sehr, sehr, sehr starken Magen-/Rückenschmerzen arbeiten war. Mein Chef nen schlechten Tag hatte und ein unüberlegtes Kommentar machte..da lief das Fass über. Als mich 10min später die Tochter der Chefin fragte, wie es mir gehe, brach ich in Tränen aus und habe mich nur schwer beruhigt. Sie blieb die ganze Zeit bei mir. Selbst jetzt kommen mir bei der Erinnerung die Tränen.
Also..Arzt..4 Wochen krankgeschrieben. Seitdem habe ich sehr, sehr sensible “Damendärme”, weswegen ich meine Ärztin nächste Woche mal wieder besuchen werde.
Ich werde nun versuchen, die Medis abzusetzen..dafür brauch ich aber ärztliche Betreuung, also muss ich sie überzeugen oder mir nen Arzt suchen, der meine Meinung teilt. Ach..da fällt mir ein..ich hab noch gar nicht erwähnt, dass ich auch Patientin derBlutdrucksprechstunde der Berliner Charité bin und ganz ehrlich..gemacht wurde da auch nix.
Das waren also die medizinischen Erlebnisse – in Kurzform – der letzten 1,5 Jahre